Vokabeln lernen: 6 unschlagbare Tipps

Im Unterricht wurden wieder zahlreiche neue Begriffe notiert und der nächste Vokabeltest lässt sicher nicht lange auf sich warten. Neue Worte aufzuschreiben reicht jedoch nicht, um diesen Test zu bestehen. Aus diesem Grund muss zuhause noch einmal intensiv geübt werden. Damit die Vokabeln auch im Kopf bleiben, lohnt sich die Anwendung verschiedener Methoden und Tipps. Fünf werden hier genauer erklärt.

1. Handschriftlich notieren

Auch wenn Vokabeln im Unterricht bereits handschriftlich festgehalten wurden, lohnt sich ein zweites Aufschreiben zuhause. Hier ist es wichtig, nicht nur die Begriffe und ihre jeweilige Übersetzung aufzuschreiben, sondern auch einen selbst ausgedachten Beispielsatz. Grund hierfür ist die sogenannte Enkodierhypothese, die laut spektrum.de dafür steht, dass selbst verfasste und handschriftlich notierte Inhalte besser merkbar sind.

Wer etwas notiert, kann es sich leichter merken. (Quelle: RaphaelJeanneret (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Auf den ersten Blick mag diese Methode recht aufwendig wirken, in Wirklichkeit aber gehört sie zu den effektivsten Möglichkeiten, sich häufiger mit Vokabeln zu beschäftigen. Damit das Lernen nicht in Stress ausartet, sollten die Vokabeln inklusive der Beispielsätze am besten zeitnah aufgeschrieben werden. Es ist deutlich effektiver, zehn Vokabeln am Tag zu notieren als am Ende der Woche fünfzig. So bleibt genügend Zeit für die schönen Dinge des Lebens und auch Pausen lassen sich leichter einbauen. Wer die jeweilige Vokabel im Beispielsatz rot markiert, optimiert den Lerneffekt zusätzlich.

2. Eselsbrücken schaffen

Eselsbrücken gehören schon seit Jahrzehnten zur Lernwelt. Klassiker wie: „Wer nämlich mit „h“ schreibt, ist dämlich,“ prägen sich dank ihres gereimten Charakter sehr schnell ein und bleiben leicht abrufbar. Gut ist dabei, dass Eselsbrücken nicht nur im Deutschen funktionieren, sondern auch in allen anderen Sprachen. Wer in Englisch schon etwas weiter ist, hat den Satz „He, she, it, „s“ muss mit,“ sicherlich schon einmal gehört und kann die grammatikalische Regel daher leichter anwenden. 

Auch bei der Schreibung schwieriger Vokabeln können Eselsbrücken sehr hilfreich sein. Einige tolle Beispiele finden sich unter pohlw.de. Es lohnt sich, die wichtigsten Eselsbrücken ebenfalls im Vokabelheft zu notieren, um einen verbesserten Lerneffekt zu erhalten. Lernen Eltern gemeinsam mit ihrem Kind, sollten sie die Eselsbrücken im besten Fall zusätzlich abfragen. So wird gewährleistet, dass die Anwendung grammatikalischer Regeln und korrekter Rechtschreibung nicht nur in Vokabeltests, sondern auch in späteren Klassenarbeiten funktioniert.

3. Vokabeltrainer Anwendungen nutzen

In der digitalen Welt gibt es selbstverständlich auch für das Vokabeln Lernen Hilfen. Apps für Computer und Smartphone lassen sich genau wie ein Karteikasten nutzen und fragen Vokabeln selbständig ab. Das Interessante an diesen Anwendungen ist, dass sie teilweise nicht nur die Rechtschreibung behandeln, sondern auch die Aussprache. Mit Hilfe eines eingebauten Mikrophons können Schüler und Schülerinnen so überprüfen, ob sie ein Wort richtig aussprechen.

Vokabeln per Smartphone zu lernen, ist vor allem bei Jugendlichen beliebt. (Quelle: nastya_gepp (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Bei der Auswahl eines Vokabeltrainers kommt es auf Qualität an. Niemandem ist geholfen, wenn die App Worte nicht richtig vermittelt und einen eher mangelhaften Algorithmus nutzt. Daher hat mein-wahres-ich.de in diesem Vokabeltrainer-Vergleich genauer hingesehen und zeigt die wichtigen Unterschiede.

4. Die Karteikarten-Methode anwenden

Karteikarten helfen dabei, Vokabeln systematisch zu lernen. Alles, was es hierfür braucht, sind ausreichend Karten und eventuell auch ein Kasten, in dem sie aufbewahrt werden können. Auf die Vorderseite ein jeder Karte wird eine Vokabel in der jeweiligen Fremdsprache geschrieben, auf die Rückseite die passende Übersetzung. Beim Lernen gilt es dann, die Karten nacheinander zur Hand zu nehmen und die entsprechende Lösung zu finden. Das funktioniert sowohl bei der Übersetzung in die Fremdsprache als auch umgekehrt. 

Wörter, die von Beginn an gut sitzen, wandern im Karteikästchen ganz nach hinten. Sie müssen nicht oft wiederholt werden. Bei Vokabeln, die noch etwas Schwierigkeiten bereiten, ist eine häufigere Wiederholung sinnvoll. Sie werden daher eine Stelle weiter vorne einsortiert. Die richtig „harten Nüsse“ bleiben ganz vorne im Karteikasten stehen und werden entsprechend oft wiederholt. Sobald eine Vokabel erfolgreich eingeprägt wurde, darf sie eine Position weiter nach hinten rücken. Im besten Fall ist das vordere Fach dann vor dem nächsten Test leer.

5. Abfragen lassen

Interaktion spielt beim Lernen von Vokabeln eine entscheidende Rolle. Eltern, die die zu erlernende Sprache bereits beherrschen, können ihre Kinder daher sehr gut unterstützen, indem sie regelmäßige Fragestunden einplanen. Hier werden nicht nur einzelne Worte abgefragt, sondern auch Beispielsätze. Wer möchte, baut die Vokabeln in eine kleine Konversation ein und verbessert so den Lerneffekt noch zusätzlich. 

Das Gute am Abfragen ist, dass Eltern direkt erfahren, wo Schwierigkeiten bestehen und welche Themen etwas tiefgreifender behandelt werden müssen. Die ein oder andere Erklärung nebenbei hilft dann, Zusammenhänge zu verstehen. So werden Vokabeln nicht nur oberflächlich gelernt, sondern auch verstanden.

6. Mit Post-its arbeiten

Es ist durchaus möglich, das Lernen auch in den Alltag zu integrieren. Hier bietet sich der Vorteil, dass die Vokabeln nicht nur im Heft stehen, sondern Schülern und Schülerinnen an mehreren Orten in ihrem gewohnten Zuhause begegnen und so leichter eingeprägt werden können. Mit Post-Its gelingt das ganz leicht. Sie lassen sich an allen möglichen Gegenständen befestigen und zeigen, wie dieser Gegenstand in der Fremdsprache genannt wird. Schon morgens nach dem Aufstehen könnte ein Zettelchen am Badezimmerspiegel Vokabeln wie „mirror“, „brush“ oder „teeth“ enthalten.

Post Its lassen sich kreativ einsetzen, um Vokabeln zu lernen. (Quelle: stevepb (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass Vokabeln nicht nur auf Papier stehen, sondern auch mit einem tatsächlich existierenden Gegenstand verknüpft sind. In einem Test können sich Schüler und Schülerinnen dann daran erinnern, an welchem Ort der Zettel hing und kommen im Zweifelsfall doch noch auf die Lösung.