Unterricht in Zeiten von Corona

Unterricht in Zeiten von Corona. Ein Einblick.

Puh, eigentlich wollte ich ja jeden Monat etwas aus meinem Schulalltag erzählen. Im November kam ich nur reichlich wenig dazu! Das lag daran, dass ich mir erst den Mittelfinger gebrochen hatte, sehr zur Freude meiner Schülerinnen und Schüler, die immer wissen wollten, „Welcher Finger genau ist kaputt!?“ Und dann hat mich Corona erwischt. Seit Ende Oktober bin ich krankgeschrieben und komme einfach nicht mehr in Gang. Sehr unlustig, kann ich nur sagen.

Unterricht von zu Hause

Seit dieser Woche versuche ich, von daheim Unterricht zu halten. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Ich unterrichte eine inklusiv geführte Partnerklasse, 22 Kinder mit und ohne Förderbedarf geistige Entwicklung. Wegen Corona ist die Klasse geteilt, das heißt, ich bin für 12 Grundschulkinder zuständig. In der Klasse ist ein netter Kollege, der die Kinder toll unterstützt und mich gut vertritt. Ich sitze daheim in meinem Arbeitszimmer am PC und mische kräftig mit.

So sieht ein Tag bei uns im Klassenzimmer und am „Homelehrerpult“ aus: Die Kinder haben alle ein Tablet, das hat der Sachaufwandsträger im Rahmen des Budgets Leihgeräte für alle Schulen in unserer Stadt gekauft. Kollegen und Schüler unserer Grundschule haben ein Teams-Konto. Heute Morgen zum Beispiel hat mich Viktor dreimal über Teams angerufen, um mit mir seinen Wochenplan zu besprechen. Ich habe den Kindern ein Padlet angelegt, das ist eine digitale Pinnwand. Da kommen alle Aufgaben rein, die sie innerhalb einer Woche selbständig bearbeiten sollen. Viktor zum Beispiel hat diese Woche vom Grundschulkönig Übungen zu Zahlenreihen. Oder aus Kopiervorlagen von mir in Deutsch ein Arbeitsblatt zum genauen Lautehören. Die Seiten findet er in seiner Wochenplanmappe, er bearbeitet sie mit Stift und Papier und fotografiert sie in seinem Padlet, wenn er fertig damit ist. Ich kann dann zu Hause gemütlich korrigieren, was er gemacht hat und gleich eine Rückmeldung geben.

Padlet im Schuleinsatz
So sieht ein Padlet beispielsweise aus.

Dann gibt es noch verschiedene Programme, mit denen wir Lehrkräfte den Kindern selber interaktive Arbeitsblätter erstellen können. Die passen wir dem Stoff und dem Können des Kindes an und schicken einen QR-Code, den liest das Kind ein und kann dann das Übungsblatt auf seinem Tablet erledigen. Das sind natürlich die beliebtesten Aufgaben.

Lernen mit dem Tablet
Lernen mit dem Tablet

Um 8.30 Uhr beginnen wir dann mit dem Morgenkreis. Jetzt im Advent und mit Frau G. im Homeoffice. Über Teams und Beamer bin ich live dabei und lese den Kindern ein Buch in 24 Kapiteln vor: „Vom Himmel hoch da bellt es sehr“. Die Bilder aus dem Buch habe ich in eine PowerPoint-Präsentation kopiert. Ich lese vor, während die Kinder über meinen geteilten Bildschirm die Bilder aus dem Buch sehen.

Anschließend ist dann Unterricht. Mein Vertretungslehrer kann sich alles, was er dazu braucht, aus einem OneDrive-Ordner holen. Das ist mal ein interaktives Tafelbild, mal ein Berg Arbeitsblätter – was eben gerade so ansteht.

In der Pause sind dann alle draußen im Schnee, endlich hat es heute geschneit! Da bin ich dann nicht dabei, ich hole mir erst mal einen analogen Kaffee.

In Deutsch habe ich heute mit zwei Jungs das Uu geübt. Sie hatten ihre Arbeitshefte vor sich liegen und ich konnte über Teams sehen, was sie machen. Die beiden wiederum konnten mich über Teams auf ihren iPads sehen. Im zweiten Anlauf ist es mir dann doch noch gelungen, den Bildschirm zu teilen und mein digitales Arbeitsheft ausfüllen, so dass die Kinder mitlesen und vergleichen konnten, ob ihre Lösungen stimmen.

Wenn der Unterricht aus ist, dürfen die Kinder verschiedene Apps auf ihren Tablets machen. Sehr beliebt ist eine Übungs-App, die zur Belohnung Spiele bereithält, für die man sich Zeit durch die Erledigung von verschiedenen Aufgaben erarbeiten kann. Finden Lehrkräfte und Kinder klasse.

Tablet im Schuleinsatz.

Unsere Mitschüler mit einer Behinderung benutzen schon lange Tablets im Unterricht. Bei uns sind es vier, die nicht sprechen – weil sie nicht mögen oder nicht können, das weiß niemand so genau. Ich habe ein Foto gemacht, als Tomi von seinem Wochenende erzählt hat. Da haben wir das Tagebuch auf seinem Tablet einfach mit dem Beamer an die Wand geworfen und alle konnten das Video anschauen, das seine Mutter am Sonntag von Tomi beim Radlfahren aufgenommen hatte.

Gibt’s noch Fragen? Gern hier im Blog, ich freue mich auf Austausch!

Eure Frau G. aus D.


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